Praxistipps von Xeikon

Qual der Wahl – welche Digitaldrucktechnik eignet sich für welche Anwendung?

Seit Jahrzehnten ist der Name Xeikon mit der Trockentoner-Technologie verbunden. Seit März ist das Unternehmen mit der Einführung seiner Panther-Technologie zudem in den Markt für den UV-härtenden Inkjetdruck vorgedrungen. Damit erweitert das Unternehmen sein Leistungsspektrum für den digitalen Etikettendruck. Xeikon nahm dies zum Anlass, ein White Paper zu erstellen, um die optimale Technologie für den jewiligen Einsatzbereich aus Xeikon-Sicht zu erläutern. 

Xeikon Durable Labels
Chemieetiketten müssen optisch ansprechend und UV-beständig sein sowie Chemikalien und mechanischer Einwirkung widerstehen (Quelle: Xeikon)

Der strategische Schritt wurde gegangen, um einer breiten Palette von Anforderungen für den digitalen Etikettendruck gerecht zu werden. Was mit welcher Technologie am besten produziert wird, beschreibt Xeikon-Marketing-Chef Filip Weymans in der nächsten Ausgabe der Etiketten-Labels.

Xeikon Label Food
Getränkeetiketten erfordern eine andere Herangehensweise, um das gewünschte Deckweiß und die besondere Anmutung zu erzielen (Quelle: Xeikon)

Der Trockentoner steht für eine bewährte Technologie. Er hat dem Etikettendruck eine Menge zu bieten. Xeikon wird auch in Zukunft in diese Technologie investieren und den Kunden weitere Innovationen zur Verfügung stellen. Allerdings gibt es bestimmte Endanwendungen, die sich besser mit dem UV-härtenden Inkjetdruck produzieren lassen. Die umfassenden Erfahrungen, die Xeikon auf dem Gebiet der Etikettenproduktion besitzt und die Kenntnis der Kunden-Anforderungen haben das Unternehmen in die Lage versetzt, die Panther-Technologie zu entwickeln und die neue Xeikon PX3000 als erste kommerzielle Umsetzung dieser Technologie zu schaffen.

Xeikon Labels Wine
Label für Weinflaschen und Hochprozentiges werden häufig auf schwierigem Material (Naturpapier) gedruckt und mit aufwändigen Veredelungen versehen (Quelle: Xeikon)

Jedes Etikettenprojekt ist anders und verschiedene Anwendungen erfordern verschiedene Technologien. Genau das macht das Drucken so interessant. Unabhängig davon, ob es sich um Pharmaprodukte, Lebensmittel, Bier, Wein, Spirituosen, Gebrauchsgüter, Gesundheits- und Kosmetikprodukte oder Industriechemikalien handelt, auf den Primärmärkten hat jedes Etikett besonderen ästhetischen und funktionellen Anforderungen gerecht zu werden. Weinetiketten müssen nicht unbedingt chemikalienbeständig sein, was bei Etiketten für die Industrie sowie für Gesundheit- und Kosmetikprodukte unverzichtbar ist. Pharmazeutische Etiketten werden mit sehr kleiner Schrift bedruckt, während Lebensmitteletiketten dagegen lebensmittelsicher sein sollten. Kurz gesagt, die Auswahl der optimalen digitalen Drucktechnologie für ein konkretes Projekt ist von der Endanwendung abhängig.

Xeikon Label Food
Lebensmitteletiketten benötigen wasserbasierte Inkjet-Druckfarben, die hauptsächlich aus Pigmenten bestehen, die nicht zur Migration tendieren (Quelle: Xeikon)

Beispiel: Etiketten für Lebensmittel

Lebensmitteletiketten stellen eine ganz besondere Anwendung dar, da hier strenge Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit zu beachten sind sowie eine hohe Bildqualität gefordert ist. Wenn es um die Lebensmittelsicherheit geht, ist die Trockentoner-Technologie sowohl in Hinblick auf die Migration als auch auf die chemische Zusammensetzung gegenüber anderen Verfahren im Vorteil. Zudem gewährleistet dieser Prozess einen zuverlässigen und konsistenten Druck, so dass die Etiketten im Verkaufsregal am besten zur Geltung kommen. Sich hier für eine andere Technologie zu entscheiden, würde die Lebensmittelsicherheit beeinträchtigen.

Wenn es um Lebensmittelsicherheit geht, spielt die Migration, d.h. die Übertragung von Substanzen von der Verpackung auf die verpackten Lebensmittel, eine ganz wesentliche Rolle. Um die Migrationswahrscheinlichkeit von Substanzen durch die Verpackung und die damit verbundene Verunreinigung der Lebensmittel nachzumessen, werden spezifische Migrationswerte festgesetzt. Sie setzen die maximal erlaubte Menge einer bestimmten Substanz fest, die von einem Verpackungsmaterial oder einer bedruckten Schicht freigesetzt werden darf.

Einige der wesentlichen Faktoren, die zur Migration beitragen sind:

  • Die Größe der Moleküle der Farbe, bzw. des Toners: je größer das Molekül, desto geringer die Tendenz zur Migration.
  • Temperatur: Hitze beschleunigt die Migration.
  • Die Beschaffenheit der Lebensmittel: hoch fetthaltige Lebensmittel sind eher für Migration anfällig als trockene Lebensmittel.
  • Die Beschaffenheit des Verpackungsmaterials.
  • Die Art der Beschichtung.

Weitere Anwendungen und die Beschreibung der entsprechenden Drucktechnologie mit ihren Vor- und Nachteilen finden Sie in der nächsten Ausgabe 6/2017 der Etiketten-Labels am 11. Dezember.