Das aktuelle Statement

Digitaldruck – Der Weg ist vorgezeichnet

Dr. Michael Wareka, Marzek Etiketten GmbH
Dr. Michael Wareka, CEO der Marzek Etiketten GmbH (Quelle: Marzek Etiketten)

Etiketten-Labels befragte einige Druckunternehmer und Führungskräfte zur Frage: Setze ich Digitaldruck ein? Welche Technologie setze ich für was ein und was passt am besten zu meiner Kunden- und Produktstruktur? Heute: Dr. Michael Wareka, Geschäftsführer Marzek Etiketten+Packaging, A-2514 Traiskirchen.

  • Welches sehen Sie als die optimale Lösung an? Digitaldruck-Standalone, Digitaldruck kombiniert mit dem konventionellen Druck – oder in Form einer Hybridmaschine?
  • Welches ist für Sie das optimale Druckverfahren: Toner, Flüssigtoner oder UV-Inkjet. Wo sehen Sie für Ihr Unternehmen die Vor- und Nachteile?
  • Finishing/Converting für den Digitaldruck: online oder offline? Welche Lösung ist für Sie die Optimale?
  • Ein Blick in die Zukunft: Wo geht Ihrer Meinung nach die Entwicklung hin und was würden Sie sich wünschen?
Dr. Michael Wareka, Marzek Etiketten GmbH
Dr. Michael Wareka, CEO der Marzek Etiketten GmbH (Quelle: Marzek Etiketten)

Welches sehen Sie als die optimale Lösung an…

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Dr. Michael Wareka: Es gibt nicht „die beste Lösung“ schlechthin. Abhängig ist das vom Produktmix, den man herstellen möchte, welche Qualität auf welchen Substraten, in welcher Menge und welche Variabilität zwischen den einzelnen Jobs erforderlich ist. Digitaldruck hat normalerweise einen anderen Produktionszyklus, als konventionelle Produktion:

  • Digitaldruck ist in der Regel schneller im Rüsten und schneller im Wechsel, dafür langsamer im Fortdruck.
  • Konventionelle Produktion benötigt normalerweise mehr zum Rüsten und dafür ist die Produktion schneller.
  • Digital hat aufgrund der Technologie in der Regel eine niedrigere Produktivität – mehr Stehzeiten: Wartung, Reinigung, Software…

Daher muss eine ganze konventionell-digitale Hybridmaschine stehen, wenn die konventionellen Einheiten gerüstet werden. Sie fährt langsamer, wenn der Digitaldruck ein Engpass ist und die ganze Maschine steht auch, wenn die digitalen Einheiten unproduktiv sind. Außerdem: Wenn man eine Einheit mit 80% Produktivität mit einer Einheit von 90% Produktivität in einem Durchgang kombiniert, hat man am Ende 72% Produktivität für die ganze Maschine. So kann man die Nachteile von zwei Welten schön kombinieren.

Andererseits ist es so, dass bei Hybridmaschinen mit kompletter Fertigung keine Reserve für den nächsten Produktionsschritt erforderlich ist, weil man genau die Menge guter Etiketten produzieren kann, welche man benötigt. Bei größeren Mengen kann das durchaus von Vorteil sein.

„Bei Hybridmaschinen mit kompletter Fertigung ist keine Reserve für den nächsten Produktionsschritt erforderlich.“

Welches ist für Sie das optimale Druckverfahren…

Dr. Michael Wareka: Auch hier gibt es nicht „die beste Lösung“ schlechthin: Warum existiert UV- neben Lösemitteldruck und Siebdruck neben Flexo-, Offset- und Tiefdruck? Jedes Verfahren hat Stärken und Schwächen – manchmal ist es auch sinnvoll verschiedene Verfahren in einer Hybridmaschine zu kombinieren. Genauso ist es auch bei den digitalen Druckverfahren: Flüssigtoner von HP-Indigo entspricht in der Anmutung eher hochwertigem Offsetdruck – UV-Inkjet entspricht eher UV-Sieb- oder auch UV-Flexodruck. Lösemittelinkjet entspricht eher einem Lösemittel-Flexodruck. Zusätzlich kommen natürlich auch Kostenaspekte sowie technische Besonderheiten bei den Verfahren: Primer und Schutzlack oder Laminierung teilweise erforderlich.

Ein Blick in die Zukunft…

Dr. Michael Wareka: In Zukunft wird die Produktivität der Verfahren sicher steigen – im Sinne von Verfügbarkeiten von über 90% und auch hinsichtlich der Produktionsgeschwindigkeit. Sobald diese Faktoren geklärt sind, machen Hybridmaschinen Sinn – man wird dann das Beste aus den Welten kombinieren können.

Bei Marzek Etiketten+Packaging haben wir professionelle digitale Produktion seit neun Jahren erfolgreich im Einsatz. Aufgrund unserer Qualitätsstandards liegt unser Schwerpunkt derzeit bei HP-Indigo der neuesten Generation. Die Produktionsmöglichkeiten sind sowohl offline, als auch online bei der Fertigung. Zudem haben wir bei Marzek Etiketten+Packaging bereits digitale Nachbearbeitung erfolgreich im Einsatz. Für hochveredelte Etiketten aus digitaler Produktion erhielt Marzek Etiketten+Packaging auch mehrere internationale Preise – aktuelle Auszeichnung für eine digitale Serie: Kategorie-Sieg bei der FINAT für das Projekt „Holy Gin“. Der digitale Weg ist vorgezeichnet – es ist nur eine Frage der Geschwindigkeit.

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