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Magnetzylinder und Stanzbleche sind immer noch vorherrschend

Betrachtet man die derzeitige Situation auf dem Stanzsektor für Selbstklebeetiketten, so lässt sich sagen, dass die Verwendung von Magnetzylindern und Stanzblechen das bei weitem vorherrschende System darstellt. Die geringeren Anschaffungs- und Unterhaltskosten der Rotations-Stanzstationen gegenüber den Laserstanzen sowie die erheblich schnelleren Maschinengeschwindigkeiten geben den Ausschlag. Ein Kommentar von Herbert Knott*

Für Laserstanzen können bislang auch der Wegfall der Stanzblechkosten und die sofortige Verfügbarkeit offenbar keinen Vorteil schaffen. Zumal sich mit semirotativen Stanzen und mit teilautomatischen Schnellwechselsystemen für Stanzbleche und Magnetzylinder die Rüstzeiten deutliche reduzieren lassen. Doch, wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, der trägt sie an der falschen Stelle.

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Der digitale Druck steht, verglichen mit konventionellen Verfahren, noch am Anfang und entwickelt sich rasant weiter. Die noch geringe Marktpräsenz wird mit bereits erzielbaren höheren Druckgeschwindigkeiten deutlich steigen. Hersteller von Laserstanzen bieten bereits standardmäßig 2-Kopf-Anlagen und im Zweifel wird dann eben eine weitere Anlage angebaut. Die Geschwindigkeit ist auch so steigerbar und damit der Schritt aus der Nische der Kleinaufträge. Auf Sicht werden die Anlagenkosten sinken, die Leistung steigen und damit auch die Attraktivität.
Für die Hersteller konventioneller Stanzwerkzeuge ist heute bereits jeder Kleinauftrag, der lasergestanzt wird, ein Stanzblech weniger. Der beginnende Trend zur Direktbedruckung mittels Inkjet kommt hinzu.

Blick auf ein Stanzblech für das konventionelle Rotationsstanzen
Blick auf ein Stanzblech für das konventionelle Rotationsstanzen (Quelle: Wink)

Nun werden die konventionellen Drucksysteme auf absehbare Zeit nicht aus dem Etikettenbereich verdrängt werden und damit auch die konventionellen Stanzsysteme nicht. Aber das zu fertigende Auftragspektrum für konventionelle Systeme verschiebt sich langfristig auf höhere Auflagen, die wiederum weniger Stanzwerkzeuge benötigen. Der Marktanteil für Stanzwerkzeuge wird kleiner werden, das lässt sich prophezeien. Den Marktsektor Kleinst- und Kleinaufträge durch Niedrigstpreise gegen den Einsatz von Laserstanzen verteidigen zu wollen ist langfristig ein Kampf gegen Windmühlen. Es gilt, sich den Entwicklungen anzupassen. Denn: Realitätsverweigerung war noch nie ein guter Ratgeber!

Mehr zur “Stanztechnologie im Wandel der Zeit” lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 5/2018 der Etiketten-Labels. Sie ist zudem in unserem Shop als PDF-Download oder zur Nachbestellung erhältlich.

*Herbert Knott, der Druckermeister und Gautschmeister ist seit 20 Jahren in der Etikettenbranche, als Praktiker und in verantwortlicher Stellung für technische Entwicklung, Werkzeugeinkauf und Kontrolle tätig. Praxiserfahrung hat er vom Etikettendruck auf Tiegeldruckpressen über Flexo und Offset bis hin zum Tiefdruck. Zudem kann er auf 20 Jahre Tätigkeit im Vertrieb bei einem renommierten Hersteller von Stanzwerkzeugen für die Etikettenindustrie zurückblicken.

 

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