Verschärfte Kostensituation durch Rohstoffengpässe

VskE – Preiserhöhungen bis zu 8% bereiten der Branche Probleme

Der Markt für Haftetiketten steht seit Monaten größeren Preissteigerungen seitens der Lieferanten gegenüber. Erhöhungen bis zu 8% können daher für Probleme in den Unternehmen sorgen. Der VskE befasste sich mit dieser Situation und gibt eine Einschätzung.

Der Markt für Haftetiketten verzeichnet seit Jahren ein stetiges Wachstum. In Europa lagen die Zuwachsraten in den letzten fünf Jahren durchschnittlich im Bereich von 5 %. Das belegen die Verbrauchszahlen für Haftmaterial, die vom internationalen Verband FINAT regelmäßig ermittelt werden. In dieser Zeit konnten selbst vergleichsweise gesättigte Märkte wie Deutschland, Österreich und die Schweiz ein Wachstum realisieren, das deutlich über dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag. Erfolgreiche Wachstumssegmente mit großem Volumen sind beispielsweise Etiketten für Konsumgüter mit gestrichenen Papieren als Obermaterial, Thermodirekt-Etiketten für den Online-Handel und die Logistik-Branche sowie Folienetiketten für die Produktdekoration, insbesondere auf der Basis von Polypropylen für Anwendungen mit dem so genannten No-Label-Look.

Für 2018 melden nahezu alle Wirtschaftsinstitute weiterhin sehr gute Konjunkturaussichten. Der private Konsum, der einen wesentlichen Einfluss auf den Bedarf von Haftetiketten hat, wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin von der nach wie vor positiven Arbeitsmarktentwicklung profitieren. Gleichzeitig veranschlagt das ifo Institut für das Jahr 2017 einen Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,3 %. Für das laufende Jahr erwarten die Münchner Experten ein BIP-Wachstum von 2,6 % und für das Jahr 2019 immer noch starke 2,1 %.

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(Quelle: VskE)

Vor diesem Hintergrund haben sämtliche Lieferanten von Haftverbunden ihre Kunden seit Mitte 2017 über signifikante Preisanpassungen in einer Größenordnung von bis zu 8 % informiert. Dies ist auch deutlich sichtbar im Materialkostenindex (abgekürzt Maki) ablesbar, den der Verband der Hersteller selbstklebender Etiketten und Schmalbahnconverter e.V. (VskE) vierteljährlich mittels einer Online-Umfrage zur Entwicklung der Kosten im jeweils zurückliegenden Quartal unter seinen Mitgliedern ermittelt. Seit Anfang 2015 ist der VskE-Maki öffentlich zugänglich. In dieser Zeit wies die dort dokumentierte Entwicklung für acht typische Beispiele von Materialkombinationen sowie für Druckfarben und Energie stets moderate Veränderungen auf. Beginnend im ersten Quartal 2017 war erstmals mehr Bewegung als üblich zu beobachten, und im zweiten Quartal zeigte die Kostenentwicklung einen deutlichen Trend nach oben, wie VskE-Geschäftsführer Klemens Ehrlitzer während der Herbsttagung im November in Göttingen berichtete. Im vierten Quartal hat sich die Tendenz der letzten Monate noch einmal verstärkt, so dass im Beispiel der thermosensitiven Etiketten allein im Verlauf der letzten drei Quartale eine durchschnittliche Kostenzunahme von fast 6 % zu verzeichnen war. So positiv das Marktwachstum bei Haftetiketten auch sein mag, so sieht Klemens Ehrlitzer aufgrund der beschriebenen Begleitumstände für die VskE-Mitglieder doch große Herausforderungen, die es in diesem Jahr zu bewältigen gibt.

Weitere Informationen finden Sie in der nächsten Ausgabe der Etiketten-Labels (Erscheinungsdatum 15. Februar 2018)