Potenziale zur Produktivitätsverbesserung

Farbmanagement für das Drucken mit Fixed Color Palette

Umsetzung 4c-7c
Vergleich der Umsetzung von Pantone-Original-Farben, einmal in einem 7c- und einen CMYK-Druckprozess (Quelle: Jan-Peter Homann)

Das Drucken mit einer festen Farbpalette (Fixed Color Palette) ist eine Schlüsseltechnologie, um auf Flexodruckmaschinen deutlich verkürzte Einrichtezeiten zu erreichen. Für das Farbmanagement gibt es mittlerweile verschiedene Software-Lösungen. Vorgestellt von Jan-Peter Homann*

Umsetzung 4c-7c
Vergleich der Umsetzung von Pantone-Original-Farben, einmal in einem 7c- und einen CMYK-Druckprozess (Quelle: Jan-Peter Homann)

Verglichen mit anderen Druckverfahren, gibt es im Flexodruck noch große Potenziale zur Verbesserung der Produktivität. Zentral ist dabei die Verringerung der Einrichtezeit pro Druckjob. Dem Druck mit fester Farbpalette kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Durch die feste Farbbelegung der einzelnen Druckwerke lässt sich der Aufwand für das Waschen stark reduzieren. Gleichzeitig können verschiedenfarbige Druckjobs für das gleiche Substrat und die gleiche Drucklänge zu einer Sammel-Druckform kombiniert werden. Das individuelle Abstimmen von Sonderfarben bei der Einrichtung des Druckjobs entfällt, da diese in der Vorstufe bereits auf die Farbpalette des Drucks umgerechnet sind.

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Testcharts und die Rolle des Farbmanagements

Wird das Farbmanagement für einen Druckprozess mit Fixed Color Palette (CMYK + Orange, Violett, Grün) aufgesetzt, so steht zu Beginn die Auswahl der zusätzlichen Druckfarben und ein oder mehrere Fingerprints mit den ausgewählten Druckfarben auf den Programm. Dieser Fingerprint muss unter genau kontrollierten Druckbedingungen erfolgen. Die Qualität des Fingerprints und die Fähigkeit der Druckerei zu einem späteren Zeitpunkt im Auflagendruck diese gewonnenen Parameter exakt einzuhalten, sind – neben einer sehr guten Registerhaltigkeit – der Schlüssel für einen sicheren und effektiven Druck mit fester Farbpalette.

7c Testform
Eine 7C-Fingerprint-Testform für den Druck mit fester Farbpalette (Quelle: Jan-Peter Homann)

Anders als beim Fingerprint mit Prozessfarben gibt es beim Drucken mit einer festen Farbpalette keine Branchenempfehlungen für Testcharts. In der Regel bringt jede Lösung zur Erstellung von Farbprofilen für den Fixed Color Palette-Druck ihre eigenen Testcharts mit.

Ein Vergleich verschiedener Lösungen zur Erstellung von Farbprofilen auf Basis eines einzigen Testdrucks wird dadurch deutlich erschwert, aber ist nicht unmöglich. Lösungen zur Erstellung von Farbprofilen bieten in der Regel die Möglichkeit die gedruckten Testcharts direkt zu vermessen, oder Farbmessdaten aus einer externen Messlösung zu importieren. Verfügt man über eine Software, um Farbmessdaten auf verschiedene Testchart-Layouts umzurechnen, so lassen sich mit etwas Aufwand die gemessenen Daten eines Fingerprints für verschiedene Profilierungslösungen aufbereiten. Sehr umfangreiche und leistungsfähige Tools bietet hier das Programm ColorAnt L aus dem Hause Colorlogic.

Workflow-Lösungen und PDF-basierte Tools

Eine Reihe von Farbmanagement Lösungen für Fixed Color Palette Printing sind Bestandteile von Workflow-Systemen in der Druckvorstufe. So z.B. „Equinox“ für den Esko-Workflow, „Kodak Spotless for Flexo“ für den Prinergy-Workflow oder die „Color Tools“ für den Prinect-Workflow von Heidelberger Druckmaschinen. Neben der direkten Einbindung in den genannten Workflows können diese Lösungen aber auch PDF-Daten zur Nutzung in anderen Umgebungen ausgeben. Andere Lösungen arbeiten komplett auf Basis von Bild- und PDF-Daten und können so mit beliebigen Workflows in der Druckvorstufe kombiniert werden. Dazu zählen z.B. die Colorlogic-Produkte CoPrA und ZePrA oder GMG OpenColor in Kombination mit dem PDF-Editor von Packz.

In beiden Produktgruppen gibt es Tools für die Bearbeitung von Bildern, die in der Regel motivbezogene individuelle Anpassungen ermöglichen und Werkzeuge für den Umgang mit Sonderfarben. Die Umsetzungen erfolgen in der Regel voll- oder semi-automatisiert. Typische Funktionen bei der Realisierung von Sonderfarben sind zum Beispiel die Steuerung der maximalen Kanalanzahl, in die eine Sonderfarbe umgesetzt wird, die Steuerung des minimalen Tonwerts und Auswertungen zur Güte des Ergebnisses. Übergreifend für alle vorgestellten Systemlösungen gilt, dass es zum Beispiel möglich ist einen siebenfarbigen Druckprozess zu profilieren, aber je nach Druckjob nur mit einer geringeren Anzahl von Farben zu arbeiten. Nachfolgend werden einige Lösungen vorgestellt.

Jan-Peter Homann
Jan-Peter Homann

* Jan-Peter Homann bietet seit 1991 Beratung und Troubleshooting für den Bereich Farbmanagement in der Druckproduktion. Er ist Autor verschiedener Fachbücher und aktives Mitglied in Branchenorganisationen wie Fogra, ICC und DFTA. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer und Inhaber der Firma Homann Colormanagement.

Weitere Details lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe der Etiketten-Labels oder via Download in https://shop.gk-techmedia.com/etiketten-labels [4394]

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