Interview „Frauen in der Etikettenbranche“ (8)

Ich halte nichts von pauschalen Quoten

Sandra Schmidt, Geschäftsführerin A. Mausshardt Etiketten: „Meine Aufgaben waren seither immer schon sehr vielfältig und mit einer großen Portion Verantwortung gespickt.“ (Quelle: Mausshardt Etiketten)
Sandra Schmidt, Geschäftsführerin A. Mausshardt Etiketten: „Meine Aufgaben waren seither immer schon sehr vielfältig und mit einer großen Portion Verantwortung gespickt.“ (Quelle: Mausshardt Etiketten)

„Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein Mensch sehr viel in seinem Arbeitsleben erreichen kann. Es kommt auf die eigenen Ziele, die Motivation, den Charakter, die Prioritäten und die Arbeitseinstellung an.“ sagt Sandra Schmidt, Mitgeschäftsführerin A. Mausshardt Etiketten GmbH, Dettenhausen. Im Interview mit Etiketten-Labels verrät sie noch weitere Gründe für Ihren Erfolg.

Bitte beschreiben Sie kurz Ihr Unternehmen und Ihre Position.

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Sandra Schmidt: Wir sind eine kleine, familiengeführte Druckerei zur Herstellung von selbstklebenden Etiketten in dritter Generation am Rande des Schönbuch-Naturschutzgebietes im Schwäbischen. Unterstützend an der Seite meines Lebensgefährten Markus Klein führe ich die Geschäfte der Firma im überwiegend kaufmännischen Bereich.

Wie kamen Sie zu der Position?

Sandra Schmidt: Geplante Übernahme der Position und der Aufgaben von Frau Regina Klein. Der Mutter von Markus Klein und geschäftsführenden Gesellschafterin bis 31.12.2020.

Haben Sie eine Ausbildung in der Druckbranche gemacht oder sind Sie „Seiteneinsteigerin“?

Sandra Schmidt: Ich habe keine Ausbildung in der Druckbranche. Ich bin eine Vollblut-Quereinsteigerin, seit 2016 aktiv mit an Bord.

„Wir bilden positionsabhängig aus – nicht geschlechterspezifisch.“

Thema Quote: Wie stehen Sie zu diesem Thema? Und welche Bedeutung hat die Quote in Ihrem Umfeld?

Sandra Schmidt: Ich halte nichts von pauschalen Quoten. Entweder ist ein Mensch ausreichend qualifiziert und geeignet für die Position, die er ausführen soll, oder eben nicht. Das Geschlecht, die Religion, die Herkunft etc. sollten keine Rolle spielen.

Haben Sie als Führungskraft/ Unternehmerin schon Erfahrung damit gemacht, dass Geschäftspartner oder Kunden nicht mit Frauen in Führungspositionen umgehen können.

Sandra Schmidt: Nein, ich habe bewusst noch keine Erfahrungen damit gemacht. Und wenn es in der Vergangenheit mal Unstimmigkeiten gab, dann habe ich es an anderen Dingen festgemacht. Ich bin bisher noch gar nicht auf die Idee gekommen, dass manche Situationen auf Grund meines Geschlechts sein könnten, so wie sie sind.

Zwei Generationen bei A. Mausshardt Etiketten: v.l. Markus Klein, Sandra Schmidt, Helmut Klein, Regina Klein (Quelle: A. Mausshardt Etiketten)
Zwei Generationen bei A. Mausshardt Etiketten: v.l. Markus Klein, Sandra Schmidt, Helmut Klein, Regina Klein (Quelle: A. Mausshardt Etiketten)

Worin liegen für Sie die Vorteile der Führungsposition in Ihrem Unternehmen?

Sandra Schmidt: Ich habe keine Vorteile durch die Führungsposition. Meine Aufgaben waren seither immer schon sehr vielfältig und mit einer großen Portion Verantwortung gespickt. Es hat sich im Grunde kaum etwas verändert. Ich ziehe meine Vorteile insgesamt aus dem Angestelltenverhältnis der Firma. Ich kann mich zu 100% mit ihr identifizieren. Ich arbeite sehr gerne hier und sehe das enorme Potential was mich ungemein motiviert – ganz unabhängig von meiner Führungsposition.

Glauben Sie, dass die Vereinbarkeit von Familie und Karriere auch heute noch die Hauptschwierigkeit ist, Frauen in Führungspositionen zu sehen?

Sandra Schmidt: An dieser Stelle kann ich leider nichts zum Thema beitragen, da ich kinderlos bin und meine Prioritäten im Leben nicht auf das Thema Familie gesetzt habe.

„Meine Aufgaben waren seither immer schon sehr vielfältig und mit einer großen Portion Verantwortung gespickt.“

Hat Ihre Führungsposition aus Ihrer Sicht etwas an der Unternehmenskultur geändert?

Sandra Schmidt: Nein, ich mische ja nun schon seit mehreren Jahren in der Firma mit. Es hat sich meines Erachtens nichts verändert. Die Unternehmenskultur ist gleichbleibend gut. Und da lege ich auch sehr viel Wert darauf, dass das so bleibt.

Haben Sie in Ihrem Unternehmen ein spezielles Fortbildungsprogramm für Mitarbeiterinnen?

Sandra Schmidt: Nein, das ist für mein Empfinden nicht notwendig. Wir bilden positionsabhängig aus – nicht geschlechterspezifisch.

Erfahren Sie Unterstützung von Ihren Kolleginnen/Mitarbeiterinnen im eigenen Unternehmen?

Sandra Schmidt: Ja. Genauso viel oder wenig wie von den männlichen Mitarbeitern. Da gibt es keinen Unterschied. Auch das ist themenabhängig. Mal mehr, mal weniger.

Welche Veränderungen/Verbesserungen wünschen Sie sich, um einen höheren Anteil von weiblichen Führungskräften zu erreichen?

Sandra Schmidt: Ich habe hierzu keine Vorschläge. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ein Mensch sehr viel in seinem Arbeitsleben erreichen kann. Es kommt auf die eigenen Ziele, die Motivation, den Charakter, die Prioritäten und die Arbeitseinstellung an. Es sollte dabei völlig egal sein welches Geschlecht der Mensch hat.

Wo liegen Ihre Ziele für das Unternehmen in den nächsten Jahren und eventuell die Förderung von Mitarbeiterinnen.

Sandra Schmidt: Wir fördern alle Mitarbeiter gleichermaßen – unabhängig vom Geschlecht. Wir machen hier keine Unterschiede in der Firma. Bei uns zählt der Mensch als Ganzes. Und natürlich verfolgen wir gemeinsam konsequent unsere gesteckten Ziele.

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