Das aktuelle Interview

VskE – ein Fachverband mit umfangreichen Dienstleistungen

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Als Fachverband übernimmt der VskE die Aufgabe, die Industrie zu fördern und die Mitgliedsbetriebe bei gemeinsamen fachlichen Belangen zu unterstützen. Das Arbeitsspektrum reicht von Projekten zur Technologieentwicklung oder Digitalisierung über Themen wie Fachkräftebedarf, Verbraucherschutz, Ökologie, Marktdaten, Normungsarbeit, Recycling, Nachwuchswerbung bis hin zur Darstellung der Branche in Presse und Medien. Etiketten-Labels sprach mit dem Vorsitzenden Manuel Heidbrink und Geschäftsführer Klemens Ehrlitzer.

Die Bearbeitung relevanter Fachfragen technischer und wirtschaftlicher Art erfolgt in zahleichen Arbeitskreisen. Der VskE packt dabei vor allem wichtige Themen an, die alle Unternehmen im Etikettenmarkt gleichermaßen betreffen. Daneben organisiert er zwei Tagungen pro Jahr, die seit der Verbandsgründung eine sehr erfolgreiche Plattform zum Informationsaustausch und Networking bieten. Zum Networking gehört auch die Vertretung der Branche gegenüber Behörden und die Kommunikation mit Kollegen-Verbänden.

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„Wer heute die richtigen unternehmerischen Entscheidungen treffen will, muss über eine Vielzahl an Informationen verfügen.“

Der Schwerpunkt der Netzwerkpflege liegt in den Bereichen Druck und Verpackung, aber auch bei industriellen Ausrichtungen wie Maschinenbau, Farben, Entsorgung, usw. Wichtig ist zudem der regelmäßige Kontakt auf internationaler Ebene mit dem Verband FINAT und in diesem Kontext speziell mit den Kollegen aus den nationalen Verbänden anderer europäischer Länder. Im Gegensatz zu Berufsverbänden beschäftigt sich der VskE nicht mit tariflichen oder juristischen Themen.

Welche Vorteile hat die Mitgliedschaft?

Klemens Ehrlitzer, Geschäftsführer VskE

Klemens Ehrlitzer: Auf der Homepage des VskE sind unter dem Menüpunkt „10 gute Gründe“ die Vorteile einer Mitgliedschaft aufgelistet. Im Grunde genommen reicht es aber schon, einen zentralen Punkt zu nennen, der in Gesprächen mit Mitgliedern immer wieder auftaucht. Die Entwicklungen rund um Etiketten nehmen seit Jahren an Komplexität zu. Wer heute die richtigen unternehmerischen Entscheidungen treffen will, muss über eine Vielzahl an Informationen verfügen. Einzelunternehmen stoßen hier häufig an ihre Grenzen. Der Verband bietet den großen Vorteil, dass das Fachwissen und die Erfahrung seiner vielen Mitglieder im Rahmen eines starken Netzwerks zur Verfügung stehen. Der Nutzen wird für alle natürlich umso größer, je mehr aktive Mitglieder der VskE zählt.

Wer kann Mitglied werden?

Manuel Heidbrink, Vorsitzender VskE
Manuel Heidbrink, Vorsitzender VskE

Manuel Heidbrink: Wie der Name „Verband der Hersteller selbstklebender Etiketten und Schmalbahnconverter e.V.“ schon sagt, können dem VskE alle Unternehmen beitreten, die selbstklebende Etiketten und weitere Produkte auf Schmalbahnanlagen herstellen und bereit sind, Zweck und Ziel des Verbandes anzuerkennen und den Verband im Interesse der Gemeinschaft zu fördern. Daneben können Unternehmen förderndes Mitglied werden, wenn sie als wichtige Zulieferer eng mit den Herstellern von selbstklebenden Etiketten verbunden sind. Allerdings ist die Zahl der Fördermitgliedschaften auf 40 Prozent der gesamten Mitgliederzahl (60/40-Regelung) begrenzt.

Der Verband und Corona

Seit Beginn des Jahres liegt das persönliche Verbandsleben leider brach. Was konnte der VskE dennoch in diesem Jahr für die Mitglieder erreichen?

Klemens Ehrlitzer: Was brach liegt, sind in der Tat die persönlichen Kontakte. Die Arbeit im Verband ging in der Corona-Krise aber unvermindert weiter, auch wenn sie sich in ihrer Ausrichtung teilweise spürbar verändert hat. Zu Beginn stand z.B. im Mittelpunkt, zusammen mit Kollegenverbänden aus dem Verpackungsbereich bei Behörden und Politik zu erreichen, dass die gesamte Lieferkette der Etikettenindustrie als systemrelevant anerkannt wird. Das Engagement hat sich auch gelohnt, da dieser Punkt in der Zwischenzeit in einschlägigen Gesetzes- und Verordnungstexten Eingang gefunden hat. (Siehe Veröffentlichung in Etiketten-Labels 3-2020, Seite 63 ff. „Lösungen findet nur, wer agiert – und das am besten gemeinsam!“)

Daneben wurden viele Aktivitäten des VskE unverändert fortgeführt. Ein Beispiel sind die Informationen über die Marktentwicklung wie Branchenerhebung, Materialkostenindex oder Monatsstatistik. Gerade diese Informationen sind für die Mitglieder in der jetzigen Situation besonders wichtig.

Was plant der Verband für die nächste Zeit? Wie geht es weiter, falls auch im nächsten Jahr die Einschränkungen für die Veranstaltungsbranche vorhanden sind?

Manuel Heidbrink: An das Jahr 2021 geht der VskE grundsätzlich mit Optimismus heran. Wir planen zwei Präsenzveranstaltungen – zu den lange vor Corona festgelegten Terminen. Ob sie am Ende in vollem Umfang oder in reduzierter Form stattfinden, wird im Vorfeld abhängig von der jeweiligen Entwicklung zu entscheiden sein.

Digitale Formate kommen

Arbeitet der VskE an digitalen Formaten, um die Mitglieder dennoch über die aktuellen Entwicklungen zu informieren?

Manuel Heidbrink: Der erwähnte Plan B war beispielsweise ein digitales Format, d.h. eine virtuelle Mitgliederversammlung, die alle VskE-Mitglieder als Live-Streaming mitverfolgen konnten. Ganz unabhängig von Corona ist die stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten schon länger ein Ziel, das der VskE bewusst anstrebt und in Zukunft auch deutlich ausbauen wird. Hier kann als Beispiel das verbandseigene Wissensportal Wikilabel® genannt werden, das um informative Video-Inhalte erweitert werden soll.

Der VskE besteht auch aus vielen Arbeitskreisen, in denen sich die Mitglieder zur Erarbeitung aktueller Themen zum Teil mehrmals im Jahr treffen. Bitte beschreiben Sie die wichtigsten Arbeitskreise und deren Themenbereiche.

Klemens Ehrlitzer: Alle Arbeitskreise im VskE sind von großer Wichtigkeit, da sie für ihren jeweiligen Bereich sehr wertvolle Ergebnisse erzielen. Die bearbeiten Themen wie Ökologie, Digitalisierung, Recycling oder Nachwuchswerbung für den Fachkräftebedarf hat Manuel Heidbrink eingangs schon erwähnt. Aus Platzgründen werde ich nur zwei Arbeitskreise näher eingehen. Viele konkrete Ergebnisse hat der AK Compliance erarbeitet. Besonders erwähnenswert ist der Leitfaden zum Thema „Konformität“. Er beinhaltet in kompakter und gut verständlicher Form die komplexe Materie der Konformitätsarbeit im Zusammenhang mit Selbstklebeetiketten. Von den weiteren Publikationen, die in diesem Arbeitskreis entstanden sind, wurde für die Entscheidungshilfe zum Einsatz von UV-Farben und UV-Lacken bei migrationsrelevanten Anwendungen zusätzlich ein Online-Tool konzipiert. Es kann nach einer kostenlosen Registrierung auch von Nicht-Verbandsmitgliedern genutzt werden.

„An das Jahr 2021 geht der VskE grundsätzlich mit Optimismus heran.“

In einem sehr aktuellen Themenfeld sind der AK Recycling und die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit aktiv. Sie sind u.a. mit der Aufgabe betraut, die Suche nach rechtssicheren, praktikablen und wirtschaftlichen Entsorgungskonzepten für das Recycling von Liner und Matrix voranzutreiben. Ein zweites Ziel ist es, für den Bereich des Verpackungsrecyclings Argumentationshilfen und Empfehlungen für die Verbandsmitglieder zu erarbeiten, die darstellen, wie Etikettenlösungen neben ihren bisherigen wichtigen Funktionen z.B. der Informationsvermittlung, in Zukunft die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und sonstigen etikettierten Produkten steigern können.

Wo liegen Ihrer Ansicht nach die Haupttrends in unserer Branche?

Manuel Heidbrink: Aus der Struktur der Arbeitskreise lassen sich die Stichworte ablesen, die zu den vordringlichen Herausforderungen der Branche zählen: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Nachwuchsförderung für den Fachkräftebedarf. In absehbarer Zeit werden diese Themen wieder aus dem mächtigen Schatten der Corona-Krise herauskommen. Deshalb hat sie der VskE zu keiner Zeit aus dem Fokus verloren.

Große Kundenbasis

Welche negativen Einflussfaktoren könnten die Etiketten-Druckereien erreichen und was kann der VskE diesbezüglich bewirken?

Klemens Ehrlitzer: Ich würde gerne die Perspektive der Frage verändern und den Begriff „negativ“ streichen. Etiketten sind in jedem Bereich des wirtschaftlichen Lebens anzutreffen. Insofern müssen Mitglieder des VskE immer beobachten, mit welchen Auswirkungen ihre Kunden jeweils konfrontiert sind. Und kaum eine Branche hat eine größere Kundenbasis als die Etikettenindustrie …

Manuel Heidbrink: … allein im B2B-Sektor umfasst der deutsche Markt zwei Millionen Kunden.

Klemens Ehrlitzer: … ja, und deswegen sind Etikettendruckereien gut beraten, die Entwicklungen im Umfeld ihrer Kunden genau im Blick zu behalten. Das bietet einerseits die Chance, von positiven Einflüssen zu profitieren, und schützt andererseits davor, von negativen Folgen unvorbereitet überrascht zu werden.

In dieser Hinsicht bietet eine VskE-Mitgliedschaft einen wichtigen Vorteil. Es heißt ja, zwei Augen sehen mehr als vier. Noch hilfreicher ist es, wenn eine ganze Gruppe die Branche beobachtet und sich darüber mit Verbandskollegen austauscht. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass sich jeder ein umfassendes Bild von allen aktuellen Entwicklungen machen kann.

Gibt es eine Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und welche Vorteile ergeben sich daraus?

Manuel Heidbrink: Das gerade beschriebene Networking stellt die zentrale Funktion der Verbandsarbeit im VskE dar. Das gilt logischerweise sowohl intern als auch extern. Die Kooperation mit anderen Verbänden ist unverzichtbar. Sie eröffnet Blicke über den Tellerrand, und führt Kompetenzen zusammen, mit denen sich Projekte schneller und effizienter vorantreiben lassen. Außerdem bietet das gemeinsame Vorgehen für einen Verband in der Größe des VskE auch eine größere Hebelwirkung, z.B. im Dialog mit der EU-Kommission.

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