Das aktuelle Statement (4)

In die Digitalisierung zu investieren ist zukunftssicher angelegtes Geld

Dr. Renke Wilken, Gutachter und Unternehmensberater, Gröbenzell
Dr. Renke Wilken, Gutachter und Unternehmensberater, Gröbenzell

Die Etiketten- und die Verpackungsbranche wurde durch Corona und Lockdown glücklicherweise nicht so hart getroffen wie befürchtet. Ein Anlass für Etiketten-Labels, ein Jahr später die Branche zu befragen, wie sie durch die Monate gekommen ist und welche Pläne für 2021 bestehen.

Dr. Renke Wilken, Gutachter und Unternehmensberater, Gröbenzell

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Wenn man auf das Jahr 2020 zurückblickt, dann wirkt das, was in den letzten Monaten des Jahres geschah prägend für das ganze Jahr.  Dabei war doch der Sommer ganz erträglich. Maske tragen und Abstand halten hatten genügt, die Infektionen in Grenzen zu halten. Dabei hätte das auch für den Rest des Jahres ausreichen können, wenn nicht die Gleichgültigkeit, Unbekümmertheit oder was auch immer der Antrieb gewesen sein mochte zum Lockdown zwang.

Aber wird dadurch ein Jahr außergewöhnlich? Schon eher dadurch, dass innerhalb kürzester Zeit selbstverständliches nicht mehr selbstverständlich war. Natürlich gibt es Telefonkonferenzen schon lange, dass sie aber derart radikal das Geschäftsleben bestimmen würden, wer hätte das gedacht. Das betrifft auch das Beratungsgeschäft, dem immer die besondere Abhängigkeit vom persönlichen Austausch nachgesagt hatte. Und das komfortable und ausgereifte Videokonferenzschaltungen so viele Geschäftsreisen mit ihrem enormen Zeit- und Kostenaufwand einfach ersetzen können, welche Einsparung von Ressourcen geht damit einher! Bei dieser Sicht der Dinge allein vergisst man allerdings auch den Preis, der dafür zu zahlen ist: nämlich der weitgehende Verlust zwischenmenschlicher Interaktionen und des vertrauensvollen Austausches.

Und was für Besprechungen die Videokonferenzschaltung ist für Vertrieb und Marketing der Internetauftritt und die Online-Geschäftstätigkeit. Lieferdienste für Lebensmittel – ja ganze Menüs – florieren. Die Wiederentdeckung des Kundendienstes. Wer zu spät auf den bereits rasenden Zug aufspringt, der verliert. Sehr eindrucksvoll war das jüngst in der Modebranche zu beobachten.

Was für Handel und Gastronomie gilt, gilt analog auch für das B2B-Geschäft. Auch hier kann ein frischer und dynamischer Internetauftritt sehr viel bewegen, wenn man denn die Möglichkeiten nutzt. Dass auf dem Gebiet noch viel zu verbessern ist sieht man, wenn man bei Google nur das Suchwort „Etiketten“ eingibt und sich die Ergebnisliste anschaut. Es wundert nicht, dass Amazon und andere Händler ganz oben stehen. Mittelständische Etikettendrucker sind auch dabei, aber nur wenige. Sich in diesem Medium besser aufzustellen, ist eine Lehre aus der durch Corona nochmals befeuerten und mittlerweile alle Lebensbereiche erfassenden Digitalisierung. Darin zu investieren ist gewiss gut und vor allem zukunftssicher angelegtes Geld.

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