Gallus Labelfire-Drucksystem deckt beide Anwendungen ab

Etiketten-Converting-System eröffnet den Zutritt zum Faltschachtelmarkt

Druckmuster der Digitale Embellishment Unit (DEU) der Steinemann DPE mit großflächigen Spotlackierungen, Spotlackierung mit Darstellung feiner Elemente und Simulation eines Drip-off-Effekts im Spotlack
Druckmuster der Digitale Embellishment Unit (DEU) der Steinemann DPE mit großflächigen Spotlackierungen, Spotlackierung mit Darstellung feiner Elemente und Simulation eines Drip-off-Effekts im Spotlack (Quellle: Steinemann DPE)

Die Möglichkeit, Etiketten und Faltschachteln auf derselben Druckmaschine zu produzieren, versetzt Etikettendrucker in die Lage, ihr Produkt-Portfolio zu erweitern. Die „Carton-Edition“ der digitalen Gallus Labelfire überwindet – so lässt sich nach zwei Jahren Praxiserfahrung zusammenfassen – die bisherigen Verfahrensgrenzen dieser Anwendungen im Schmalbahndruck. Die Investition in ein hybrides Drucksystem bedeutet für Converter aber auch neue Wege zu gehen, Vorreiter zu sein in einer smarten Dienstleistungsindustrie.

Immer schneller werdende Innovationszyklen und eine immer kürzere Time-to-Market erhöhen bei Markeninhabern die Anzahl regionaler Produkte als auch die Anzahl der Varianten für Testmärkte. Trends, mit denen sich Etiketten- und Verpackungsdrucker tagtäglich auseinandersetzen und nach Lösungen für Märkte suchen, in der Reaktionsschnelligkeit von besonderer Bedeutung ist.

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Unter der Prämisse Agilität und Reaktionsschnelligkeit wundert es nicht, dass es ein digitales Converting System ist, das eine verfahrensübergreifende Lösung für Etiketten- und Faltschachteldruck bietet. Die Gallus Labelfire mit „Carton Kit“ nutzt dafür die Stärken des Digitaldrucks und ist zusätzlich mit optimierten analogen und digitalen Verfahren des Inline-Finishings ausgestattet.

Der Serienstart für die Labelfire begann 2019, auf der Labelexpo wurde sie dann in der erweiterten Version präsentiert
Der Serienstart für die Labelfire begann 2019, auf der Labelexpo wurde sie dann in der erweiterten Version präsentiert (Quelle: Gallus)

Die Maschinenausstattung

Zu den Ausstattungsmerkmalen der Maschinenkonfiguration gehört eine Faserbrecheinrichtung für Karton und eine Corona-Vorbehandlung für Etikettenmaterialien. Für den wesentlich höheren Bahnzug von Kartonmaterialien ist die Druckmaschine versteift, d.h. die Module, auf denen sich jeweils zwei Druckeinheiten befinden, sind mit Stahllaschen verspannt. Sämtliche Umlenkrollen sind beschichtet und auf maximalen Durchmesser ausgelegt. Auch an eine Kombitrocknung aus UV- und Heißluft wurde gedacht, für den Einsatz von Hybrid-Effekt-Lacken auf einer für UV-Farben ausgelegten Maschine.

Die vorhandenen Flexodruckwerke kommen im Wesentlichen für formatlose Anwendungen wie Primern, Lackieren oder nicht digital produzierbare Spezialeffekte zum Einsatz. Auf der Digitaldruckeinheit mit acht UV-Farbwerken (Weiß + CMYK + GOV) lassen sich farbige Abbildungen im erweiterten Farbraum sowie variable Daten drucken.

Metallic-Effekte werden durch digital überdruckte Kaltfolie in allen Farbtönen erzielt. Eine weitere Besonderheit des Converting-Systems ist die Digital Embellishment Unit (DEU) von Steinemann DPE am Ende der Verarbeitungslinie. Sie dient zum digitalen Auftrag von Spotlackierungen mit Glanz- und Mattlack und – ganz neu – dem Erzielen haptischer Effekte. Auftragsmengen von 20 g/m2 lassen sich auftragen, was einer Lackstärke von 20 μm entspricht, ohne dass dieser Prozess die  Druckgeschwindigkeit von 70 m/min einschränkt. Sogar ein bis zu 50 µm starker Lackauftrag ist möglich, mit Abstrichen in der Geschwindigkeit. Bei der Stanztechnik besteht die Möglichkeit, zwischen einer semi-oder vollrotativen Stanzeinheit zu wählen, wobei die maximale Geschwindigkeitsausnutzung eine Rotationsstanze bedingt.

Weitere Details dazu erfahren Sie in der nächsten Ausgabe der Etiketten-Labels 6/2019 am 26. November 2019.

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