Intelligente Etiketten

Neue Werbemöglichkeiten durch Etiketten mit Augmented Reality

Augmented Reality ermöglicht das Hinterlegen mit unterschiedlichsten Informationen oder Videos und anderen Median (Quelle: Molino studios)
Augmented Reality ermöglicht das Hinterlegen mit unterschiedlichsten Informationen oder Videos und anderen Median (Quelle: Molino studios)

Markeninhaber und Werbeagenturen suchen immer wieder nach neuen Möglichkeiten, ein Produkt mit großer Aufmerksamkeit zu versehen und einen höheren Response zu erzielen. Gleichzeitig geht es darum, am Point-of-Sale hervorzustechen und dafür zu sorgen, dass die Kunden zielsicherer genau zu ihrem Produkt greifen. Neue digitale Medien wie Augmented Reality unterstützen dabei. Etiketten-Labels sprach dazu mit Frank Smolenaers, Geschäftsführer der niederländischen Firma Molino studio in der Nähe von Roermond. 

Sprechende Dosen oder Verpackungen, deren Etiketten nach der Ansicht mit einer WebAR Technology animierte Informationen wiedergeben, Winzer, die ihre Weinflaschen mit Informationen zum Produkt und zum Weingut versehen, Videos auf Verpackungen, die bereits den Inhalt erläutern … das und so vieles mehr ermöglicht Augmented Reality, eine Technologie, die zwar seit einigen Jahren immer mehr Freunde gewinnt, aber in der Etikettenbranche noch nicht so richtig Fuß gefasst hat. Das mag sicher auch daran liegen, dass die Technologie vom klassischen Etiketten- und Verpackungsdruckunternehmen als kompliziert angesehen wird, Agenturen den Aufwand scheuen und insgesamt noch zu wenig Informationen über diese Technologie verbreitet wurden.

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Frank Smolenaers, Geschäftsführer der Molino studios (Quelle: Molina studios)
Frank Smolenaers, Geschäftsführer der Molino studios (Quelle: Molino studios)

Etiketten-Labels: Herr Smolenaers, Sie bieten mit Ihrem Unternehmen, Molino studios, Unterstützung bei der Produktion von Augmented-Reality-Projekten in unterschiedlichster Form. Bitte stellen Sie Ihr Unternehmen kurz vor.

Frank Smolenaers: „Molino studio ist ein Unternehmen in der Nähe von Roermond, das sich ganz auf Augmented Reality (AR) Projekte spezialisiert hat. Wo früher immer eine App benötigt wurde, um das AR-Erlebnis zu sehen, reicht heute ein Mobiltelefon aus. Dadurch ist AR für den kommerziellen Einsatz viel interessanter geworden und wird zum Beispiel genutzt, um Verpackungen und Etiketten zum Leben zu erwecken.“

„Durch den Einsatz von AR können Videos, Fotos, 3D-Bilder und Computeranimationen in die bestehende Umgebung eingefügt werden.“

Ich arbeite seit über 25 Jahren in der Verpackungs- und Displayindustrie und bin daher mit den Anforderungen der A-Markenhersteller bestens vertraut. Vor drei Jahren, während meines Studiums an der Akademie für Bildende Künste in Amsterdam, wurde ich in die neue AR-Technik eingeführt und beschäftige mich seitdem intensiv mit ihr.

Etiketten-Labels: Was ist Augmented Reality und wie ist es einsetzbar?

Frank Smolenaers: Durch den Einsatz von AR können Videos, Fotos, 3D-Bilder und Computeranimationen in die bestehende Umgebung eingefügt werden. Seit kurzem ist es auch möglich, ein AR-Erlebnis zu schaffen, das komplett mit der Kurve einer Flasche oder Dose verläuft. Molino Studio hat diese Expertisen, neben Grafikdesign und HTML/A-Frame-Design im Haus. Das bedeutet, dass die Kunden nach dem Briefing komplett entlastet sind.

„Letztlich schaffen wir es aber durch Kreativität immer, für fast jedes verfügbare Budget etwas zu entwickeln.“

AR ist der Begriff, der eine erweiterte Ansicht des realen Lebens durch Überlagerung von computergenerierten Inhalten beschreibt. Diese virtuellen Inhalte können fast alles sein: Videos, 3D-Modelle und dynamische Webinhalte. AR hat einen langen Weg hinter sich, seit es 2016 mit dem Start von Pokemon Go richtig losging. Das Großartige daran ist, dass sich Technologie und Hardware schnell weiterentwickelt haben. Heutzutage kann jedes der 2,9 Milliarden Smartphones auf der Welt ein AR-Erlebnis starten, ohne dass zuerst eine App heruntergeladen werden muss. Ein Code, der in die Druckdaten enthalten ist, wird von Smartphones erkannt um die AR-Erlebnisse zu starten. Die anstehende Einführung einer neuen Generation von AR-Brillen (Apple, Facebook/RayBan, Samsung) ist angekündigt und wird die Popularität von AR noch weiter steigern.

Etiketten-Labels: Lassen Sie uns noch etwas detaillierter auf die Einsatzmöglichkeiten von AR eingehen. Wo kann ich die Technologie nutzen?

Frank Smolenaers: Die Einsatzmöglichkeiten sind äußerst vielfältig. Dazu gehören beispielsweise:

  • AR Produktverpackung: Erwecken Sie Ihre Produkte mit interaktiven Etiketten und ansprechenden Erlebnissen in 2D und 3D zum Leben.
  • AR Aussenwerbung: Stellen Sie sich vor, Plakatwände werden durch AR auf jedem Smartphone zum Leben erweckt.
  • AR Print Marketing: Funktioniert von Direktmailings über Visitenkarten bis hin zu Pull-up-Bannern.
  • AR-E-Commerce: Geben Sie Ihren Kunden die Möglichkeit, jedes Produkt in 3D in ihrer eigenen Umgebung zu betrachten.

Etiketten-Labels: Das sind die Anwendungen. Wie sieht es seitens der Anwender, also der Endkunden, Agenturen, Markeninhaber aus?

Frank Smolenaers: Zwei Drittel der Käufer glauben, dass AR ihnen hilft, eine bessere Kaufentscheidung zu treffen. Das AR-Engagement ist seit Anfang 2020 um fast 20 % gestiegen, wobei die Konversionsraten bei Verbrauchern, die sich mit AR beschäftigen, um 90 % höher sind als bei denen, die dies nicht tun. 48 % der Einkäufer nutzen bereits AR oder sind bereit, AR zu nutzen, um neue Produkte und Dienstleistungen zu bewerten. 64 % der Marketeers nutzen bereits AR und VR oder erwarten, sie in naher Zukunft zu nutzen.

Interessant dabei ist auch, dass AR dreimal einprägsamer ist im Vergleich zu traditionellen Nicht-AR-Medien. Jedes AR-Projekt wird zudem mit einem Analyse-Dashboard geliefert, in dem die Kunden die Anzahl der Aufrufe, die durchschnittliche Verweildauer und geolokalisierte Heatmaps verfolgen können.

Mittels Handy und Code wird das Etikett auf der Weinflasche zum Leben erweckt (Quelle: Molino studios
Mittels Handy und Code wird das Etikett auf der Weinflasche zum Leben erweckt (Quelle: Molino studios

Etiketten-Labels: Das klingt zunächst einmal sehr positiv. In der Realität sieht man AR jedoch noch relativ selten. Wo sehen Sie die Anwendungen der näheren Zukunft und welche Verbreitungschancen können Sie prognostizieren?

Frank Smolenaers: Weil Unternehmen wie Apple und Facebook inzwischen ernsthaft mit AR-Hardware arbeiten und viel darüber veröffentlichen, sehen immer mehr Markenanbieter die Möglichkeiten und den Mehrwert, den AR bietet. Wir sehen keine wirklichen Grenzen für den Einsatz von AR. Tim Cook, der CEO von Apple, hat kürzlich gesagt, dass AR eines Tages in unserem Alltag so wichtig sein wird wie “drei Mahlzeiten am Tag zu essen”.

Etiketten-Labels: An welchen Projekten arbeiten Sie gerade für die Etiketten- und Verpackungsbranche? Können Sie uns einige Beispiele zeigen?

 Frank Smolenaers: Zu den AR-Projekten, die wir in Kombination mit Etiketten oder Verpackungen entwickelt haben oder gerade entwickeln, gehören solche in der Kosmetik-, Lebensmittel-, Spielzeug- und Alkoholgetränkeindustrie.

Etiketten-Labels: Was muss eine Agentur, ein Druckunternehmen tun, wenn sie Kunden zu solchen Projekten überzeugen wollen und was für einen Aufwand müssen sie betreiben?

„Wir sehen keine wirklichen Grenzen für den Einsatz von AR.“

 Frank Smolenaers: Unsere Erfahrung ist, dass Kunden schnell überzeugt sind, wenn sie ein AR-Erlebnis “live” sehen und vor allem wenn sie erleben, wie benutzerfreundlich die neue WebAR-Technologie ist. Natürlich möchten wir die Mitglieder von Etiketten-Labels dabei unterstützen. Wenn wir ein Briefing mit der Idee erhalten, die der Kunde hat, können wir auf dieser Basis bereits erste Ideen präsentieren.

Etiketten-Labels: Können Sie einen ungefähren Rahmen für die preisliche Gestaltung nennen, wobei natürlich klar ist, dass dieser immer vom echten Projekt abhängig ist?

Frank Smolenaers: Die Kosten für die Gestaltung der Inhalte sind in der Tat unterschiedlich. Letztlich schaffen wir es aber durch Kreativität immer, für fast jedes verfügbare Budget etwas zu entwickeln.

Zur Person: Frank Smolenaers, Geschäftsführer der Molino studios. Nach seinem Abschluss von der technischen Hochschule Eindhoven begann er im Vertrieb einer Bogendruckerei zu arbeiten, die sich auf den Druck für den medizinischen Bereich spezialisiert hat. Danach ging er in die Industrie für Point-of-Sale-Materialien, unter anderem bei der damaligen Gundlach Display+Box in Berlin. Die letzten Jahre, bevor er Molino Studio gründete, war er Verkaufsleiter bei Holbox, wo man unter anderem Projekte für L’ Oreal, Mars und Coca Cola entwerfen und produzierte. Weitere Informationen: info@molino-studio.net oder www.molino-studio.com

Die Anleitung zu AR-Anwendung

Im folgenden Video sehen Sie, wie einfach die Anwendung von Augmented Reality und Weinetiketten sein kann.

 

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